Mietendemo in Berlin Tausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Video: rbb|24 | 03.10.2019 | Abendschau | Bild: Tobias Schmutzler/rbb

 

Unter dem Motto “Richtig deckeln, dann enteignen” haben in Berlin mehrere Bündnisse gegen hohe Mieten demonstriert. Angemeldet waren 10.000 Teilnehmer, gekommen sind allerdings weniger.

Unter dem Motto “Richtig deckeln, dann enteignen – Rote Karte für Spekulation” hat ein Bündnis aus rund 50 Initiativen am Donnerstag in Berlin für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. Die Demonstranten zogen für ihr Anliegen vom Alexanderplatz zum Kottbusser Tor. Für den Protestmarsch in Berlin waren laut Polizei 10.000 Teilnehmer angemeldet worden. Tatsächlich hatten sich am frühen Donnerstagnachmittag ein paar tausende Demonstranten versammelt. Die Veranstalter sprachen von 4000 Teilnehmern, die Polizei senkte ihre eigene Schätzung derweil am Nachmittag von 2500 auf rund 1700 Teilnehmer.

Gegen 14 Uhr war der Demozug am Alexanderplatz gestartet. Die geplante Route verlief über die Alexanderstraße, Brückenstraße, Heinrich-Heine-Straße und den Moritzplatz zur SPD-Zentrale am Willy-Brandt-Haus. Dort fand eine Kundgebung statt. Der Demonstrationszug endete am Nachmittag am Kottbusser Tor.

Auf der Kundgebung vor dem Marsch war die Stimmung friedlich und ausgelassen. Zahlreiche Menschen kamen in rot, manche auch als Miethai kostümiert.

DEMONSTRANTEN GEGEN AUFWEICHUNG DES MIETENDECKELS

Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes in Berlin will die rot-rot-grüne Landesregierung alle Mieten für fünf Jahre per Gesetz einfrieren. Das Bündnis kritisiert, dass der Senat den Gesetzesvorstoß an entscheidenden Stellen aufgeweicht und die Interessen der Vermieter zu sehr geschützt habe.

“Wir brauchen einen Mietendeckel und kein Sieb”, kommentierte laut Mitteilung Jonathan Dießelhorst von der beteiligten Initiative “Stadt von unten”. “Die Demonstrierenden fordern einen Mietendeckel, der einen Mietenstopp, vor allem aber die Absenkung von Mieten auf ein bezahlbares Niveau durchsetzt”, teilten die Veranstalter weiter mit.

Im April hatten in Berlin Zehntausende gegen “Mietenwahnsinn” und Wohnungsnot protestiert. Gleichzeitig startete ein Volksbegehren für die Enteignung großer Immobilienkonzerne.

Sendung: Inforadio, 03.10.2019, 14:00 Uhr