Hausgemeinschaft Uhland61

Hausgemeinschaft Uhland 61

Das Haus Uhlandstr. 61 wurde im Frühjahr 2018 an eine ausländische Investment-/Immobilienfirma verkauft und Ende November kam von der Hausverwaltung die schriftliche Ankündigung über den geplanten Ausbau des Dachgeschosses, umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen und die anschließende Umwandlung in Eigentumswohnungen. Anfang Dezember 2018 fanden dann für alle Mieter*innen die ersten Einzel- Informationsgespräche mit der beauftragten Projektleitung statt. Seitdem warten alle Mieterinnen und Mieter auf die offiziellen Modernisierungsankündigungen und sind in großer Sorge, nach so vielen gemeinschaftlichen Jahren, aus der liebgewonnenen Hausgemeinschaft und der vertrauten Umgebung verdrängt zu werden. Bisher kamen nur, kurz vor dem Termin 18.06.2019 , an dem die Eckpunkte für den Berliner Mietendeckel beschlossen wurden, noch die Schreiben zur jeweils maximal zulässigen sofortigen Mieterhöhung für die meisten Bewohner .

In dem Haus gab es vier Gewerbeeinheiten, seit Weihnachten 2018 ist die Bäckerei geschlossen, die zum 31.01.2019 geräumt wurde, das Japanische Restaurant war bis zum 23.02. geöffnet und wurde gleichzeitig mit dem Schreibwarenladen zum 31.03.2019 leer gezogen. Die vierte Gewerbefläche hat zwar noch einen gültigen Mietvertrag, lange wird die Modeschneiderei aber nicht weitergeführt werden, ab August 2019 hat hier auch der Ausverkauf begonnen. Leider greift das Zweckentfremdungsverbot nur bei leer stehendem Wohnraum und nicht bei Gewerbeflächen.

Der Prozess der Umwandlung des Mietshauses Uhlandstr. 61 in hochwertig modernisierte Eigentumswohnungen ist erst im Beginn, doch die Hausgemeinschaft, die sich schon immer gut verstanden hat, ist näher zusammen gerückt und politisch aktiv geworden und versucht, die Situation (wo möglich) mitzugestalten. Wir wollen als Hausgemeinschaft gemeinsam und in der Vernetzung mit den anderen Mieterinitiativen in Charlottenburg-Wilmersdorf dafür eintreten, dass in Zukunft mit Wohnraum nicht mehr so übertrieben spekuliert werden darf. Denn es geht hier um Menschen und um die Lebensgrundlage von Menschen, und nicht um Handelsware mit der Profit generiert werden soll.